The Danger of a Single Story – die Gefahren der Perspektivierung

Perspektivierung ist immer auch das Erzählen einer Geschichte. Es ist eine Frage der Macht, wer die Geschichte erzählt, erzählen kann und vor allem, ob sie zur definitiven Geschichte wird, die vieles, die das Meiste ausblendet. Diese Gefahren der Perspektivierung hat Chimamanda Ngozi Adichie in ihrem überwältigenden TED Talk von 2009 unter dem Titel „The danger of a single story“ zum Thema gemacht hat – vor allem bezogen auf Personen und gesellschaftliche Verhältnisse.

Sie formuliert: „a single story robs people of their dignity“ und sie fordert eine „balance of stories” ein. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was das auch für die Analyse der Erzählungen über Stadt beizutragen hat.

 

Perspektivierung – Einführung

Die Auseinandersetzung mit Perspektivierung, also der Ausrichtung des Blicks auf Dinge, die gesehen werden sollen, und der Abwendung/Ablenkung des Blicks von Dingen, die nicht gesehen werden sollen, handelt letztlich immer von normativen Fragen. Das sind, u. a. Perspektivierung – Einführung weiterlesen

Perspektivierung als Kollateralschaden

Ein schönes Beispiel für Big Data: Daten werden erhoben und gespeichert, ohne dass die „Träger“ der Daten sich wirklich Rechenschaft darüber ablegen, was sie liefern, für wen und wofür ist die seit September 2017 online verfügbare neueste Heatmap von Strava. Diese Heatmap umfasst die ganze Welt – sie erinnert ein wenig an das Bild die Welt bei Nacht der NASA  – und kann auf der Strava Homepage angesehen werden, man kann in unterschiedliche räumliche Detaillierungen reinzoomen. Perspektivierung als Kollateralschaden weiterlesen

Der Petersdom im Fokus

Den Blick lenken, nicht zulassen, dass er schweifen kann, dafür ist diese städtebauliche und gartengestalterische Perspektivierung ein außergewöhnliches und sehr schönes Beispiel. Die Perspektivierung wird hier durch zwei sich verstärkende Verengungen des Blickfeldes erreicht: Der Petersdom im Fokus weiterlesen

Einführung für diesen Blog

Städte gelten als die komplexesten menschlichen Artefakte. Städte sind die stärkste Ballung von Menschen, Gebäuden, Infrastrukturen, sie sind Zentrum des politischen, sozialen, kulturellen, religiösen und ökonomischen Lebens, sie sind Zentrum von Innovationen, Auseinandersetzungen und Umwälzungen aller Art. Städte sind Sehnsuchtsort („Stadtluft macht frei“) und abschreckendes Beispiel („Sündenbabel“). Schon mit diesen wenigen eklektischen Andeutungen wird erkennbar, dass Stadt nur unzureichend und unvollständig zu erfassen und zu beschreiben ist.

Denn Stadt geht über das Materielle weit hinaus, vermutlich ist das Immaterielle viel wichtiger als das Materielle, das Unsichtbare wichtiger als das Sichtbare. Wenn aber dem Immateriellen, damit dem Unsichtbaren, eine so große Bedeutung zukommt, lohnt es, sich intensiver damit auseinanderzusetzen. Die „unsichtbare Stadt“ ist ein Thema, das zwar eine gewisse Faszination ausübt, die sich aber noch bescheiden in schriftlichen (wissenschaftlichen) Dokumenten manifestiert. Der bekannteste Titel zum Thema ist der Roman von Italo Calvino „Die unsichtbaren Städte“ – auch ein früher Auslöser meiner Beschäftigung mit dem Thema.

Dieser Blog beschäftigt sich – unsystematisch, eklektisch, zufällig – u. a. mit den unterschiedlichsten Aspekten der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, den Möglichkeiten der Sichtbarmachung und Verschleierung und den dafür eingesetzten Techniken, der Lenkung des Blicks, dem Kampf um Deutungshoheit. Der Blog wird eigene und fremde Text umfassen, Bilder, Hinweise auf Tagungen und Literatur – meistens auf Deutsch, gelegentlich auch auf Englisch.

Kommentare, Diskussionsanregungen, Beiträge sind willkommen.

Versuch über das Nasa-Bild

„Die Welt bei Nacht“, ein Bild der Nasa, von dem eine Reihe von Versionen existiert, ist mittlerweile zu einer Ikone geworden, deren Abdruck bei keiner Illustration zu der Bedeutung nächtlicher Beleuchtung fehlen darf. Dabei könnte es auch zu einem Role Model für die Erläuterung des Ausspruchs von Goethe werden: Man sieht nur, was man weiß. Versuch über das Nasa-Bild weiterlesen